Bei wunderbarem Wetter traf sich die Ostschweizer Armbrustelite zur alljährlichen Ausmarchung des Ostschweizermeistertitels. Im Vorfeld hatte es das eine oder andere SMS, Mail oder WhatsApp gebraucht, um ein vollständiges Teilnehmerfeld zusammen zu bringen. Eigentlich verwunderlich, ist doch das Datum bereits im November des Vorjahres bekannt. Aber wie heisst es so treffend: Man organisiert solche Wettkämpfe für die, die sie auch schiessen wollen.

Umso mehr haben sich die Organisatoren gefreut, dass sich die final aufgebotenen Schützen allesamt in den frühen Morgenstunden im Schützenstand der Rheinecker Kameradinnen und Kameraden einfanden. Leider musste bereits bei der ersten Ablösung ein Titelfavorit die Segel streichen. Ein nicht auf die Schnelle zu behebender Waffendefekt zwang Raffael Müller dazu, den Wettkampf aufzugeben. Aus der ersten Ablösung wurden die vier Erstplatzierten direkt für den Final registriert. Für Ralf Zellweger und Astrid Meier, beide vom ASV Herisau-Waldstatt, begann das Warten auf die zweite Ablösung. Das Reglement der Finalqualifikation besagt nämlich, dass nebst den vier direkt Qualifizierten, die punktehöchsten zwei «Lucky Looser» aus beiden Ablösungen ebenfalls in den Final einziehen.

Schon beim Beginn der zweiten Ablösung veränderten sich die Windverhältnisse deutlich. Obwohl Michael Götti mit seinen 193 Punkten den Tages-Höchstwert der beiden Qualifikationsrunden realisierte, waren die nachfolgenden Resultate gesamthaft trotzdem tiefer als in der ersten Runde. Deshalb konnten Ralf Zellweger und Astrid Meier als Lucky Looser der ersten Ablösung die beiden Finalplätze ergattern.

Pünktlich um 10:40 Uhr startete dann der Final der 10 besten Qualifikationsabsolventen. Auch im Final besserten sich die Windverhältnisse nicht wirklich. Wechselnde «Seiten-Windstösse» erschwerten den Athletinnen und Athleten ihre Aufgabe. Es sei hier noch erwähnt, dass alle Schützinnen, welche die Qualifikation geschossen hatten, sich auch für den Final qualifizieren konnten. Einmal mehr beweist dieser Umstand, dass beim Schiessen die Damenwelt alles andere als das «Schwache Geschlecht» ist.

Leider verlor auch der Final bereits nach 10 Schuss einen Mitanwärter für den Titel. Mit Leistenschmerzen musste Guido Hobi wohl oder übel aufgeben. Wir wünschen ihm auf diesem Weg gute Besserung und dass er das Training bald wieder aufnehmen kann.

Mit der schwierigen «Windlage» kam Ralf Zellweger am besten zurecht. Er erzielte zwar nicht die höchste Einzelpasse, blieb aber konstant auf hohem Niveau und brachte den Sieg mit einem Top Resultat von 286 Punkten in trockene Tücher. Er bewies damit auch, dass der Spruch mit dem «Feld von hinten aufrollen» durchaus auch im Armbrustschiessen seine Berechtigung hat. Nur einen Punkt dahinter holte sich Michael Götti zum zweiten Mal in Folge den zweiten Platz dieses Wettkampfes. Das Podest komplettierte Stefan Haag, wie Ralf Zellweger, von der Sektion Herisau-Waldstatt. Herzliche Gratulation!

An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei der Sektion Rheineck, bei welcher wir Gast sein durften. Sie haben uns eine Top Infrastruktur zur Verfügung gestellt und uns bestens bewirtet. Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei meinen Vorstandskolleginnen und -kollegen, welche mich im Büro und als Standaufsicht tatkräftig unterstützten.

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Text: Urs Heeb, 1. Schützenmeister

Fotos: Urs Heeb & Ralf Zellweger

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